Während die Auseinandersetzungen um die diesjährige Ferienakademie der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) und die eingeladenen Referenten Osten-Sacken, Grigat und Voigt weiter schwelen, versucht eine neue Publikation der RLS “die gegenwärtig festgefahrene Kontroverse über den Nahostkonflikt innerhalb der StipendiatenInnenschaft der Rosa Luxemburg Stiftung in produktive Bahnen zurückzuführen”. Ein edles Ansinnen sicher, nur offenbart schon ein flüchtiger Blick in das Inhaltsverzeichnis, dass es sich eher alten Wein in neuen Schläuchen handelt:

Bereits einige Autoren lassen nichts gutes erahnen. Zum Beispiel Uri Avnery und Moshe Zuckermann (der mit zwei Texten vertreten ist). Sicher, es ist auch ein Beitrag von Katja Kipping dabei, die eine durchaus vernünftige Position vertritt. Auch sagen zumindest mir viele Namen nichts. Zudem gilt natürlich, dass ich erst die Artikel selbst lesen müsste um eine fundierte Beurteilung abgeben zu können. Dennoch ist verwunderlich, dass kein Text von einem der drei im Vorfeld der Ferienakademie kritisierten stammt.

Zumal einige Artikel schon älteren Datums sind, zum Beispiel der Artikel “Anti-deutsche Linke oder anti-linke Deutsche? Versuch einer sachlichen Betrachtung”. Dieser erschien bereits 2006 in der damaligen Hauszeitschrift der RLS “Utopie Kreativ”.

So scheint es, als würde in dem Reader wenig Neues zum Thema Nahostkonflikt und Antisemitismus/-zionismus  in der Linken geboten. Stattdessen wird Altbekanntes wiederholt. Es darf also bezweifelt werden, dass hierdurch die Diskussion belebt oder gar in eine neue Richtung gelenkt werden kann.

Downloads

Blanke / Hawel 2009 (pdf, 1.05 MB) Blanke, Moritz; Marcus, Hawel (Hrsg. 2009): Ordnung der linken Diskurse. Fallstricke und Befindlichkeiten im Blick der deutschen Linken auf den Nahostkonflikt

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1 Response » to “Rosa-Luxemburg-Stiftung möchte “linke Diskurse” ordnen – oder: Alter Wein in neuen Schläuchen”

  1. [...] Kritik übte er auch am neuen Reader der Stiftung zum Nahostkonflikt. Dieser sei inhaltlich unausgewogen, so sei etwa kein Text der kritisierten Referenten enthalten [...]

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