Inzwischen sind der erste und zweite Tag der diesjährigen Ferienakademie (FA) der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) vergangen. Die FA versprach ja spannend zu werden, angesichts des im Vorfeld losbrechenden Streits. Bisher verlief allerdings alles weitgehend unspektakulär. Das ist wenig verwunderlich, stehen die inkriminierten Veranstaltungen mit Grigat, Voigt und Osten-Sacken doch erst für Donnerstag und Freitag auf dem Programm. Zeit genug also einen kleinen Rückblick auf die ersten zwei Tage zu werfen.
Die Tagungsstätte liegt in Werftpfuhl. Wer den Namen noch nie gehört hat, hat definitiv nichts verpasst. Werftpfuhl ist ein kleines Dörfchen in der brandenburgischen Pampa nahe Berlin. Wer noch nie in Brandenburg war, dem werden auf den Weg dorthin alle Klischees bestätigt: Rainald Grebe hat recht. Und Muff Potter auch. Und Tocotronic auch – insbesondere wenn man die häufig anzutreffenden NPD-Plakate und Nazis im ÖPNV berücksichtigt.
In der Begrüßungsrede wurde etwas von Positionen die außerhalb der Linken stünden, mit denen man sich aber trotzdem auseinander setzen müsse, gemunkelt – der Impetus war jedenfalls eindeutig, trotz sprachlicher Undeutlichkeit. Im gleichen Atemzug kündigte das Studienwerk, dann auch an in Zukunft eine Kommission einzusetzen, die gemeinsam über die Referent entscheiden soll. Das Ende der stipendiatischen Selbstbestimmung auf der FA also, wenn ich das richtig verstanden habe. Außerdem äußerte das Studienwerk die Hoffnung, dass die Auseinandersetzung um diese Postionen allein auf der verbalen Ebene bleiben sollte.
Danach ging ich in einen Workshop zur Einführung in die Kritik der Politischen Ökonomie. War ganz gut, bot erwartungsgemäß wenig Neues, dafür aber eine gut Auffrischung der Basics.
Am zweiten Tag habe ich, aufgrund einer sich verschlimmerten Erkältung, erstmal souverän den ersten Workshop und das Mittagessen verschlafen. So verpasste ich leider auch den ersten Workshop des AK Rechtspolitik & Menschenrechte / AK Internationalismus mit Iris Hefets unter dem Titel „Der Israel-Palästina-Konflikt aus der Perspektive der Mizrachi“. Die Veranstaltung bekamen die beiden AKs erst nachträglich zugestanden, nachdem sie im Vorfeld keine Veranstaltung angemeldet hatten.
Nachmittags ging dann der Workshop zur Kapitallektüre weiter und in der Kaffeepause betreute ich wie Tags zuvor den Büchertisch der Schwarzen Risse. Wirklich spannend wird es also wohl erst am Donnerstag und Freitag…
In Berlin wird es unterdessen so schnell nicht langweilig, dafür sorgt schon die Polizei, die sich immer mal wieder was lustiges Einfallen lässt: Letztes Wochenende zum Beispiel verbot sie das Zeigen englischer und hebräischer Fahnen und Transparente sowie das Abspielen englisch- bzw. hebräischsprachiger Musik bei einer Gegendemonstration zum “Al-Quds-Tag”.
Alles was es über das Verhältnis zwischen den Deutschen und Barack Obama, anlässlich seiner Rede in Berlin, zu sagen gibt hat Jim Borgman von Slate in diesem Bild wunderbar auf den Punkt gebracht:

© by Jim Borgman (slate.com)
[Via Planet Hop]

