Internet
“Geschlechterkrieg im Internet?”
Hinter dem etwas reißerischen Titel verbirgt sich ein interessanter Artikel von Alexandra Eul & Chantal Louis über Sexismus und Feminismus im WWW.
“Kontrollverlust im Blogger-Dorf”
Unter diesem Titel schreibt Elke Wittich in der Jungle World über die Schließung des Blogs “CTRL-Verlust” seitens der FAZ. Die Zeitung hatte das bei ihr gehostete Blog nach eigenen Aussagen gesperrt, weil dessen – von der FAZ bezahlter – Autor mspr0 aka Michael Seemann wiederholt Bilder entgegen ihrer Creative Commons Lizenz verwendete. Wittich lässt kein gutes Haar an den sog. deutschen A-Bloggern, u.a. an Marius Sixtus, der die Sperrung auf Twitter als Bücherverbrennung titulierte und auf Kritik an dieser Gleichsetzung auch nicht gerade intelligent reagierte. Ihr Fazit zur Causa “CTRL-Verlust”:
Während man im wirklichen Leben spätestens an diesem Punkt schleunigst mit seinem Arbeitgeber – die FAZ bezahlt ihre Blogger dem Vernehmen nach sehr gut – ein klärendes Gespräch suchen würde, trug Seemann seine Sicht der Dinge via Privatblog gleich in die Öffentlichkeit. Oder jedenfalls in das, was manche Blogger dafür halten, nämlich Twitter und das ganze Social-media-Gedöhns. Die Überschätzung der Wirkung von Hashtags & Co. im Real life hatte sich kurz zuvor gezeigt, als man auf der Webseite piratenstatistiken.de vor der Wahl in den Niederlanden ganz sicher war, dass die holländischen Kollegen ins Parlament einziehen würden, schließlich sei deren Twitter-Account der sechstgrößte aller internationalen Freibeuter-Parteien und liege laut Umfrage auf twopcharts.com bei mehr als 25 Prozent – am Ende erhielt die Piratenpartij 10 413 Stimmen beziehungsweise 0,12 Prozent.
Insgesamt ein guter Artikel, wenn auch leider etwas einseitig. Die Verachtung vieler Blogger für die “Holzmedien” ist ja nicht unbedingt völlig grundlos entstanden – erinnert sei nur an den unsäglichen “Web 0.0″ Artikel der Süddeutschen Zeitung.
“Bloggen ist unendlich”
Parallel zu Wittichs Artikel veröffentlichte die Jungle World außerdem ein Interview mit Christian Sickendieck, der bei F!XMBR bloggt. Das Interview ist recht kurz und gut zu lesen. Zumal Sickendieck bei seiner Sicht auf die (deutsche) Blogosphäre weitestgehend recht zu geben ist.
Politik
“Direkte Demokratie als Hamburger Klassenkampf von oben”
Angesichts des Ausgangs des Hamburger Volksentscheids über die Einführung der Primarschule, scheint nun endlich auch größeren Teilen der Linken aufzugehen, dass plebiszitäre Entscheidungsformen nicht per se zu progressiven Ergebnissen führen müssen. Nun, da hätte man auch früher schon drauf kommen können. Auch würde ich bezweifeln, dass das Ergebnis anders ausgefallen wäre, wenn in Hamburg lebende Ausländer stimmberechtigt gewesen wären, wie nbo nahelegt. Gleiches gilt für das, vom Autor ausgemachte, Fehlen eines politischen Diskurs. Hier verkennt er schlicht, dass selbst wenn es einen entsprechenden “richtigen” Diskurs gegeben hätte, es trotzdem zu reaktionären Ergebnissen kommen an. Wer sich darüberhinaus für die wirklichen Ziele der Schulreformgegener interessiert, dem sei ein Blick auf diesen Bericht von Panorama empfohlen – mit einem Wort zusammengefasst: Besitzstandswahrung.
“Privatisierte Autobahnen – Deutschlands gefährlichste Straße”
Roland Kirbach berichtet auf Zeit Online über die Privatisierung deutscher Autobahnen – und ihre fatalen Folgen für den Bürger. Eine weitere Episode in der scheinbar unendlichen Tragödie namens Public Private Partnership.
“Verfassungsschutz bekommt Recht – Ramelow darf ausspioniert werden”
Das Bundesverwaltungsgericht erlaubt es dem Verfassungsschutz die Linke weiter zu beobachten. Auch um einen geschmacklosen Vergleich der Linkspartei mit der NSDAP kam das Gericht in seiner Urteilsbegründung wohl nicht umher. Highlight der Begründung laut Frankfurter Rundschau ist sicher folgender Satz:
Anhaltspunkte für die Gefährlichkeit der Linken gebe es auch aus jüngster Zeit, etwa die “absolute Aversion” der Partei, Joachim Gauck zum Bundespräsidenten zu wählen.

