Sport

The Observer: “The hooligan problem and football violence that just won’t go away”

Reportage von Jamie Jackson über die englische Fußballhooliganszene. Wo sich gerade trotz CCTV, verschärfter Verfolgung und Beobachtung gerade eine neue Generation zu etablieren beginnt, die um sich aufzuputschen nicht mehr Alkohol sondern primär auf Kokain setzt und die nun Englands Bewertung um die WM 2018 bedrohen.

Hörtipp

DRadio: “Dienstmaserati und Traumrendite”

Exzellente Reportage des Deutschlandradio Kultur über das neue “Profitstreben in der Sozialarbeit”, was sich auch auf etablierte Träger wie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) erstreckt:

Der Maserati des Geschäftsführers der Berliner Treberhilfe machte bundesweit Schlagzeilen. Mittlerweile tauchen in den Medien immer mehr Beispiele dubioser Sozialfirmen auf, zumeist gemeinnützige GmbHs. Für die Anbieter eröffnen sich viele Chancen, besonders lukrative Strukturen aufzubauen.

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Sicherheitspolitik

heise online: Flughafen Manchester zieht positives Fazit von Nacktscanner-Einsatz

Stefan Krempl war bei einer Vorführung von sog. Nacktscannern die seit sechs Monaten am Flughafen Manchester (UK) im Einsatz sind. Kaum überraschend dürfte sein, dass der Flughafen den Einsatz der Scanner als Erfolg sieht. Der Sicherheitschef des Flughafen entblödete sich dabei auch nicht, als Belege für eine angeblich hohe Akzeptanz unter den Passagieren, anzuführen, dass bisher nur zwei Passagiere einen Scan abgelehnt hätte. Wenig erstaunlich, wo doch bei Verweigerung des Scans der Flug gar nicht erst angetreten werden darf.

Hörtipp

Deutschlandfunk: Wenn Kriege privatisiert werden

Nina Giaramita berichtet in ihrem Feature über den auch in Deutschland rapide expandieren Markt der sog. Sicherheitsdienstleister – und den eher halbherzigen Versuch selbigen zu regulieren.

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Videotipp

Channel4: Our Drugs War

Dokuserie von Channel4 in der Angus Macqueen die britische Drogenpolitik und ihre Auswirkungen weltweit genauer unter die Lupe nimmt. Fazit der ersten Folge, in der Edinburgh als Hauptbeispiel dient: Die britische Zero-Tolerance Haltung in der Drogenpolitik hat genau das Gegenteil dessen erreicht, was vorgeblich ihr Ziel ist. Drogenhandel und -konsum florieren und sobald eine Droge verboten ist, taucht die nächste auf. Konsumenten werden illegalisiert und Wissen über die konsumierten Substanzen ist meist Mangelware. Wahrscheinlich, kann die Serie nicht von Nutzern außerhalb Großbritanniens angeschaut werden.

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Internet

“Studie: Soziale Netzwerke lügen nicht”

Laut einer Studie der Psychologin Juliane Stopfer von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz liefern Profile bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ ein relativ genaues Bild über die Persönlichkeit der jeweiligen Person. Dies ist insofern überraschend als bisher üblicherweise davon ausgegangen wurde, dass die User in ihren Profilen ein idealisiertes Bild von sich selbst zu vermitteln suchen. Schwachstelle der Studie ist allerdings die recht geringe Zahl an Stichproben, bei beiden Netzwerken wurden insgesamt nur etwas über 200 Profile untersucht. Die Ergebnisse der Studie wurden bereits im März publiziert und können als englischsprachige PDF online abgerufen werden.

Datenschutz

EU-Studie: “Überblick über das Informationsmanagement im Bereich Freiheit, Sicherheit und Recht”

Hinter dem etwas länglichen Titel verbirgt sich eine im Auftrag der Europäischen Kommission erstellte Übersicht, die “zum ersten Mal einen vollständigen Überblick über die schon bestehenden, noch in der Umsetzung begriffenen oder in Betracht gezogenen Maßnahmen auf EU-Ebene, mit denen die Erhebung, die Speicherung und der grenzübergreifende Austausch personenbezogener Daten zu Zwecken der Strafverfolgung und Migrationssteuerung geregelt wird,” biete. Allein in der EU gibt es demnach zwischen 17 und 20 solcher Datenbanken. Daneben umfasst der 65 Seiten starke Überblick auch eine Darstellung von Fahndungserfolgen, die mittels dieser Datenbanken erzielt worden seien. Laut heise online lobe sie u.a. die Vorratsdatenspeicherung.

“Verdachtsunabhängige Videoüberwachung von Demos in Berlin rechtswidrig”

Das VG Berlin hat endlich ein Einsehen und verbietet der Berliner Polizei das verdachtsunabhängige Abfilmen von Demonstrationen, da dies indirekt die Meinungsfreiheit einschränke. Allerdings darf die Polizei weiterhin filmen, wenn ein “Verdacht” dies rechtfertig – und man darf wetten, dass sich in Zukunft noch für jede Demonstration ein Verdachtsmoment finden lässt.

Medien

“Wikileaks: ‘Wir brauchen die klassischen Medien’”

Angesichts der Veröffentlichung von 90.000 geheimer Militärakten über den Afghanistankrieg, betont der deutsche Sprecher von Wikileaks, dass man weiterhin die etablierten Massenmedien brauche, um das Rohmaterial für den Durchschnittsbürger verständlich zu machen. Bei aller Liebe zu Crowdsourcing hat Schmitt mit dieser Aussage wohl recht. Zwar dürften durchaus auch außerhalb der Redaktionen genug fähige Leute mit dem nötigen Wissen vorhanden sein um die Informationen aufzubereiten, aber noch fehlt es a) an einem organisatorischen Rahmen um die Arbeit kanalisieren und gleichzeitig lange genug geheim halten zu können und b) an der Reichweite die die klassische Massenmedien weiterhin haben.

Politik

Sommerinterview 2010 mit Gregor Gysi

ARD Interview mit dem Fraktionschef der Partei DIE LINKE. Themen sind u.a. die Wahl des Bundespräsidenten, die Steuerpläne der Linken und die Debatte um ein Verbot von Kopftüchern.

Top Secret Amercia

Auch wenn es schon vor einem gut zwei Wochen veröffentlicht wurde, ist es dennoch einen Hinweis wert: Das Top Secret Amercia Projekt der Washington Post. Dort versucht die Zeitung mittels verschiedener Darstellungsformen einen Einblick in die Welt der Sicherheits- und Geheimdienste der USA zu geben. Seit dem 9/11 ist dort ein rapide wachsendes, inzwischen quasi unüberschaubares Geflecht aus Organisationen und Programmen entstanden, die die nationale Sicherheit garantieren und Terroranschläge verhindern sollen. Allerdings ist die Effektivität des ganzen Unternehmens höchst fragwürdig, bisher scheint es sich primär um eine riesige Geldvernichtungsmaschine zu handeln, die an ihrer eigenen Informationsflut erstickt und außerhalb jeglicher öffentlicher Kontrolle operiert.

Video

Channel4 – Britain’s Witch Children

Channel4 hat eine sehenswerte Undercoverreportage über fundamentalistisch-pfingstlerische Pastoren in London produziert. Diese Pfarrer verdienen ihren Lebensunterhalt weitgehend ungestört mit “Hexenaustreibungen” – was vor allem für Kinder, die angeblich von bösen Geistern besessen sind, gravierende Folgen haben kann. Die Reportage kann noch bis zum 27. August 2010 online angeschaut werden, ob das auch mit IP-Adressen außerhalb des Vereinigten Königreichs funktioniert, weiß ich allerdings nicht.

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Hiermit oute ich mich als Fan von Sherlock Holmes. Entsprechend wenig verwunderlich dürfte es sein, dass ich mich über die Ankündigung der BBC eine neue Serie rund um den Londoner Detektiv zu produzieren ziemlich gefreut habe. Inzwischen steht fest, dass die erste Folge der kurzum Sherlock getauften Serie am kommenden Sonntag (25. Juli) ausgestrahlt wird. Außerdem gibt es inzwischen online einen Trailer zu sehen:

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Schnee – das unbekannte und gefährliche Wesen. Diesen Eindruck konnte zumindest gewinnen, wer diesen Winter im Vereinigten Königreich verbrachte, inbesondere zwischen Weihnachten und Neujahr. In dieser Zeit schneite es dort nämlich länger als einen Tag – ein offenbar sehr seltenes und durch und durch furchteinflößendes Ereignis. Dies jedenfalls suggerierten die Medienberichte über The Big Freeze. Flughäfen stellten den Betrieb ein und der Eurostar wurde von Kondenswasser ausser Gefecht gesetzt – once again the continent was isolated. Gleichzeitig gingen Streusalzreserven zur Neige und selbst Gas schien knapp zu werden. Kurzum die Medien halluzinierten den baldigen Untergang des Vereinigten Königreichs herbei, weil es plötzlich für eine Woche mal genausoviel schneite wie in Schweden oder Schottland jeden Winter. Wie gut, dass es da Charlie Brooker und seine Sendung Newswipe gibt, welche die gesamte Medienpanik ordentlich auf die Schippe nimmt:

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