Schnee – das unbekannte und gefährliche Wesen. Diesen Eindruck konnte zumindest gewinnen, wer diesen Winter im Vereinigten Königreich verbrachte, inbesondere zwischen Weihnachten und Neujahr. In dieser Zeit schneite es dort nämlich länger als einen Tag – ein offenbar sehr seltenes und durch und durch furchteinflößendes Ereignis. Dies jedenfalls suggerierten die Medienberichte über The Big Freeze. Flughäfen stellten den Betrieb ein und der Eurostar wurde von Kondenswasser ausser Gefecht gesetzt – once again the continent was isolated. Gleichzeitig gingen Streusalzreserven zur Neige und selbst Gas schien knapp zu werden. Kurzum die Medien halluzinierten den baldigen Untergang des Vereinigten Königreichs herbei, weil es plötzlich für eine Woche mal genausoviel schneite wie in Schweden oder Schottland jeden Winter. Wie gut, dass es da Charlie Brooker und seine Sendung Newswipe gibt, welche die gesamte Medienpanik ordentlich auf die Schippe nimmt:
Bildungspolitik
- Wer nicht fragt, bleibt dumm
Magnus Klaue betreibt in der Jungle World eine Generalabrechnung mit dem Bildungsstreik. Auch wenn er dabei teilweise etwas zu weit geht, so ist es doch ein wichtiger Beitrag, da linke Kritik am Bildungsstreik bisher eher rar gesät ist.
Internet & Politik
- Parlament der Avatare – Das Internet und die Demokratie
In ihrer letzten Ausgabe nahm sich die Jungle World in mehreren Artikeln dem Thema Liquid Democracy an. Das Urteil fiel dabei durchweg skeptisch aus: neue Technik allein wird die Probleme der heutigen parlamentarischen Demokratie wohl nicht lösen können.
Hörtipp der Woche
- Kafka, Kanzler und da knackt nichts
Reportage des Deutschland Radios in welcher anhand des Ermittlungsverfahren gegen die militante gruppe die Auswüchse des Überwachungsstaates aufgezeigt werden.
Video der Woche
- ZAPP – CIA-Killerstory ohne Quellen
Das Medienmagazin des NDR berichtet über den angeblichen CIA-Mordauftrag gegen den deutsch-syrerischen Kaufmann Mamoun Darkazanli. Basierend auf einem Artikel der Vanity Fair, dessen Autor man mit dem Adjektiv “dubios” scheinbar relativ gut charakterisieren kann. Deutsche Medien – von Welt am Sonntag bis Fefe – berichteten (anfangs) begeistert und ohne den geringsten Zweifel, obwohl es aus dem Vanity Fair Artikel im Grunde keine Quellen gab. Ein schönes Beispiel dafür, wie plötzlich alle – sonst gerne stolz suggerierte – Skepsis über Bord geworfen wird, wenn etwas nur die eigenen Vorurteile – in diesem Fall den eigenen Antiamerikanismus – bedient.

